· 

Die Sub und der Frust

 

Eine Sache, die wohl niemand hören möchte: Es gibt Momente im Leben einer Sub, die sind ätzend, anstrengend, wenig befriedigend und einfach nur nervtötend. Sub ist dann gefrustet, genervt und motzig.

 

Das führt dann in aller Regel dazu, dass Dom ebenfalls genervt ist. Für Dom gibt es dann mehrere Möglichkeiten. Zum Einen kann er genauso motzig werden, wie Sub. Hat aber keinen Sinn. Beide zicken sich an und die nervige Situation bleibt bestehen.

 

Eine andere Möglichkeit für den Dom ist natürlich, hart durchzugreifen. Der nervigen Sub ihre Grenzen zu zeigen. Für den Dom ist dies mithilfe von ein bisschen Strenge, ein paar kreativen Ideen und natürlich unter Zuhilfenahme von diversen Schlagwerkzeugen möglich. Das Ergebnis aus dieser Handlung ist normalerweise das schrittweise Runterkommen von Sub. Sub besinnt sich nach und nach auf ihre Stellung, kriegt sich ein und nimmt wieder die naturgemäße demütige Haltung ein.

 

Eine dritte Alternative für Dom wäre das Provozieren. Provoziert Dom eine motzige Sub führt dies aller Wahrscheinlichkeit dazu, dass Sub eskaliert. Eine Eskalation von Sub kann in folgenden Varianten auftreten:

  1. Sub schreit unzusammenhängende Sätze, gestikuliert, wirft Sachen durch die Gegend und macht sich vollkommen lächerlich.

  2. Sub bekommt die gefürchteten Schlitzaugen und murmelt Verwünschungen in gefährlicher Flüsterstimme. Bringt aber auch nichts, weil Dom sie nicht ernst nehmen kann und – bei dem ein oder anderen schwerhörigen Dom – die Verwünschungen gar nicht erst ankommen.

  3. Sub wirft Dom eine Beleidigung nach der anderen an den Kopf. Gefährliche Aktion für Sub, da Dom in so einem Moment wahrscheinlich auf Möglichkeit Nr. 2 zurück greifen wird. Eine Bestrafung könnte in so einem Fall wohl härter ausfallen.

 

Sofern Dom gerne unterhalten werden möchte, würde sich die dritte Alternative anbieten. Dom kann sich auf der Couch in aller Ruhe zurück lehnen und sich über Sub's Eskalation amüsieren. Schließlich hat er als Dom die Möglichkeit, mithilfe der zweiten Möglichkeit einzuschreiten und die Eskalation zu beenden.

 

Auch für Sub ist eine Provokation seitens des Dom's manchmal ein Segen. Sie kann alle angestaute Energie rauslassen, wird den Frust los und bekommt ihre heißgeliebte Haue. Situation bereinigt.

 

Natürlich ist vom Dom vor der Entscheidung einer Variante erst zu klären, ob der Frust von Sub einen tieferen Grund hat. Stellt Dom fest, dass Sub's Frust einem ernstzunehmenden Problem zu Grunde liegt, hat auch der Dom mal keine Auswahlmöglichkeiten mehr. Dann gibt es nur eine einzige Möglichkeit, die lautet:

R E D E N. Lange. Ausgiebig. Ohne Ablenkung, Ausflüchte oder Störungen. Dom muss in so einem Moment Sub die Möglichkeit geben, sich alles von der Seele zu reden. In der Art und Weise, die Sub möchte. Es gilt im Anschluss daran zu klären, wie das Problem gelöst werden kann. Denn dann ist es wirklich ein Problem und nicht einfach „nur“ Frust.

 

Mit der Zeit spielen sich Dom und Sub immer besser aufeinander ein und der Frust von Sub kann zu einem Spiel werden. Ich sage mit Absicht und ausdrücklich „mit der Zeit“! Wenn Sub erwartet, dass sie den einen Dom kennenlernt und dieser selbstverständlich sofort mit all ihren Stimmungen umgehen kann, wird Sub sehr enttäuscht sein. Auch der Dom ist nur ein Mensch, kann nicht hellsehen oder „hellfühlen“ und muss Sub erst gut genug kennen gelernt haben. Nach und nach lernen sich aber Sub und Dom besser kennen und das hat dann zwei Vorteile. Zum Einen merkt Dom viel schneller, ob er es mit einer vom allgemeinen Alltag gefrusteten Sub oder mit einem echten Problem zu tun hat. Zum Anderen eröffnet es sowohl Sub als auch Dom ein viel bereiteres Spektrum, sich gegenseitig herauszufordern, Bestrafungen zu provozieren und allgemeinen Schwung in die D/S-Beziehung zu bringen.

 

Ich spreche hier in erster Linie von Frau als Sub und da ich selbst eine Frau/Sub bin, weiß ich natürlich, dass die Sub auch sehr oft aus eher unerheblichen Gründen gefrustet ist. Vielleicht möchte sie Dom auch nur ab und an provozieren und herausfordern. Vielleicht ist sie bloß mit dem falschen Fuß aufgestanden, ihr Lieblingspulli ist gerade in der Wäsche, der Fernseher will nicht funktionieren oder der Chef hat genervt. Oder aber, sie findet, Dom hat zu wenig Zeit für sie, schenkt ihr nicht genügend Aufmerksamkeit und ist im Allgemeinen ein ganz gemeiner Kerl. Was auch immer die Gründe für zeitweisen Frust ohne tiefere Beweggründe sind, für Dom bieten sich die oben genannten Möglichkeiten, dem Einhalt zu bieten. Und sein wir doch mal ehrlich – jeden Tag artig auf den Knien zu verbringen, würde doch irgendwann auch langweilig werden.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    M. (Montag, 31 Dezember 2018)

    Ein Dom ist in aller erster Linie ein Mensch genau wie seine Sub. Es gilt zu klären warum Sub motzig ist obgleich sie doch Glücklich sein sollte, wenn ihr Herr anwesend ist. Wenn ich richtig zwischen den Zeilen lese, dann geht es hier um mangelnde Aufmerksamkeit und Zeit. Daraus entsteht sehr schnell „Frust“. Da kommt es natürlich sehr stark auf die Konstellationen an. Ein Singel Herr hat vermutlicher Weise mehr Zeit sich Gedanken zu machen und sich Zeit zu nehmen, als ein Herr der vergeben, verlobt oder gar verheiratet ist. Im
    Gegenzug hat eine Single Sub mehr Zeit sich gedanklich ihrem Herrn zu widmen als eine Verlobte oder verheiratete Frau. Leider prallen da hin und wieder möglicherweise Erwartungshaltungen aufeinander die dann ein Part nicht erfüllt oder einhalten kann. Es läuft eben nicht immer alles nach Schema F. Gerade nicht im BDSM Bereich und das ist auch gut so.

    Ich würde eine Motzige Art wegen eine Streickenden Kaffeemaschine oder dem Lieblingspulli der sich gerade in der Wäsche befindet nicht akzeptieren! So verhält sich eine Sub nicht.
    Das sind keine Dinge wo man motzig sein muss das wäre in meinen Augen sehr Respektlos. Handelt es sich jedoch um ernste Probleme dann hilft nur reden - mit schlechter Laune kommt man hier nicht weiter, ganz im Gegenteil. Nur sprechenden kann geholfen werden.

    In diesem Sinne redet und hört auf motzig zu sein.